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Schöpferische Wiederherstellung

2. Mai 2019

Ausstellungseröffnung mit Einführungsvortrag von Prof. Michael Gaenßler, München:
Donnerstag, 9. Mai 2019, 19 Uhr

Zur Ausstellung
Der Kunstverein Ingolstadt und die Stiftung des BDA Bayern ehren den international geschätzten Münchner Architekturfotografen Klaus Kinold zu seinem 80. Geburtstag mit einer thematischen Ausstellung. Unter dem Titel „Schöpferische Wiederherstellung“ werden vom 10. Mai bis zum 16. Juni 2019 Fotografien ausgewählter Bauten von Hans Döllgast, Karljosef Schattner und Josef Wiedemann gezeigt.

Die „schöpferische Wiederherstellung“ beschädigter Gebäude war nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in Bayern ein wichtiges Thema der Architektur. Als Pionier dieser Entwicklung wirkte der Münchner Baumeister und Hochschullehrer Hans Döllgast (1891 bis 1974). Seine bedeutendsten Leistungen sind die Reparaturen der Alten Pinakothek, der Basilika St. Bonifaz und der großen städtischen Friedhöfe in München. Sie bezeugen in der Verbindung von handwerklicher Tradition und modernen Baustoffen auf prägnante Weise sein eigenwilliges Werk, das Döllgast selbst einmal als „Mischung aus unbestrittener Avantgarde und reservierter Nachhut“ bezeichnet hat.

In der Nachfolge von Döllgast haben vor allem zwei seiner Absolventen beispielhafte Werke geschaffen. Karljosef Schattner (1924 bis 2012), der langjährige Diözesanbaumeister des Bistums Eichstätt, hat in der Bischofsstadt bedrohte Bauten wie das Alte Waisenhaus gerettet und zeitgenössisch erweitert oder historischen Gebäuden wie dem Ulmer Hof durch funktionale Ergänzungen eine neue Nutzung gegeben. Beim Schloss Hirschberg nahe Beilngries hat er einen modernen Trakt mutig vor die Südfassade gesetzt. Sein Leitgedanke war: „Die Gegenwart leugnen hieße die Geschichte leugnen. Neues Bauen in alter Umgebung ist etwas Selbstverständliches.“

Josef Wiedemann (1910 bis 2001) war neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer ebenfalls ein herausragender Architekt des Münchner Wiederaufbaus. Als eines seiner Meisterwerke gilt die interpretierende Rekonstruktion der stark zerstörten Glyptothek am Königsplatz, die 1972 abgeschlossen wurde. Für Wiedemann war Döllgast das große Vorbild: „Von den Architekten meiner Generation betrachtet jeder unter seinen Lehrern Döllgast als seinen eigentlichen Meister. Mir ergeht es nicht anders.“

Die Ausstellung zeigt 39 fotografische Bilder: 12 Großformate, 26 Mittelformate sowie ein fünf Meter breites Wandbild der Münchner Glyptothek als Blickfang. Das Katalogbuch im Hirmer Verlag umfasst 96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Wolfgang Jean Stock (35 Euro).

Zur Ausstellung sind mehrere Sonderveranstaltungen geplant. Weitere Informationen unter www.kunstverein-ingolstadt.de

Finissage
16. Juni 2019, 16 Uhr
Es diskutieren der Fotohistoriker Hans-Michael Koetzle und Wolfgang Jean Stock über das Thema „Was ist Architekturfotografie?“.

Ausstellungszeitraum
10. Mai bis 16. Juni 2019

Öffnunsgzeiten
Freitag bis Samstag, 12–18 Uhr

Ausstellungsraum
Galerie im Stadttheater
Schlosslände 1
85049 Ingolstadt
www.kunstverein-ingolstadt.de

Klaus Kinold
Klaus Kinold
Hans Döllgast: Wiederaufbau Alte Pinakothek, München
Klaus Kinold
Klaus Kinold
Karljosef Schattner: Ulmer Hof, Eichstätt
Klaus Kinold
Klaus Kinold
Josef Wiedemann: Wiederaufbau Glyptothek, München

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