Foto: Christian Richters

Preisträger Auszeichnung guter Bauten des BDA Hagen-Ennepe-Mark, des BDA Ruhr-Möhne und des BDA Siegen-Olpe Wittgenstein 2017
Preisträger Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2018

Spenner Forum | Firmenzentrale der Spenner GmbH in Erwitte

Erwitte

Foto: Christian Richters

Spenner Forum | Firmenzentrale der Spenner GmbH in Erwitte

Erwitte
Projekt
Spenner Forum | Firmenzentrale der Spenner GmbH in Erwitte
Architekt
Schilling Architekten, Prof. Dipl.-Ing. Johannes Schilling, Architekt BDA
Bauherr
Spenner GmbH & Co. KG

Juryurteil „Architekturpreis NRW 2018“

Es gelingt nicht immer, Bauwerk und Ort zu einer perfekten Einheit zusammenzuführen – beim Spenner Forum ist es den Bauherren und Architekten jedoch eindrücklich geglückt. In seiner klaren und einfachen Geometrie steht das neue Verwaltungsgebäude zunächst eigentlich fast im Gegensatz zur grandiosen Skulptur des Zementwerks, stellt den Bezug aber über das durchgängig verwendete Material Beton auf wunderbar selbstverständliche Weise wieder her. Das neue Haus ist im Verhältnis zu den mächtigen Produktionsstätten zwar eher klein, dennoch hat man das Gefühl, dass gerade dieses Gebäude den ganzen Kontext neu ordnet und bestimmt.

Das Projekt überzeugt aber auch durch seine innenräumlichen Qualitäten, die einfache und übersichtliche Organisation und die daraus resultierenden Arbeitswelten mit ihrem vielschichtigen und flexiblen Angebot an unterschiedlichen Räumen. Bemerkenswert und im Projekt höchst stimmig ist auch die innovative konstruktive Ausführung mit einer einschaligen Wandkonstruktion aus Leichtbeton, die die oft höchst aufwendigen mehrschaligen Konstruktionen überflüssig werden lässt…

Juryurteil „Auszeichnung guter Bauten 2017“

Das Spenner Forum ist ein Verwaltungsgebäude für einen Zementhersteller und liegt außerhalb der Kleinstadt auf dem Werksgelände am Rand eines aufgelassenen, nun renaturierten Steinbruchs. Das zweigeschossige Gebäude ist ringförmig um ein Atrium organisiert und lässt zur Zufahrtsstraße hin das Erdgeschoss offen, so dass der Freiraum von außen nach innen hin zum Haupteingang führt. Hier sind mit dem Foyer und verschiedenen Besprechungsräumen die Bereiche mit öffentlicher Funktion platziert, während die Büros der Mitarbeiter sich hauptsächlich im Obergeschoss befinden. Ganz der Art des Unternehmens entsprechend ist das vorherrschende Material im Inneren wie auch außen Sichtbeton. Das Forum ist eine selbstbewusste architektonische Setzung in der Landschaft. Zusammen mit einem großen, zylindrischen Gebäude des Werks ist es von weit her sichtbar. Ohne direkt bei den Betriebsgebäuden zu stehen tritt es in einen Dialog mit diesen und schafft die Verbindung zur Landschaft des Steinbruchs, aus dem das Rohmaterial der Zementherstellung stammt.

Die präzise und strenge Form des Gebäudes wird durch die Sichtbetonflächen mit den Fensterbändern bestimmt. Besondere Elemente gliedern die Fassade und schaffen eine angenehme Abwechslung: Im Erdgeschoss markiert ein großer Einschnitt den Zugang, die Loggia im Obergeschoss bietet den Ausblick über den Steinbruch und das übergroße Fenster deutet auf den zweigeschossigen Vortragsraum.

Diese Gliederung schafft auch im Inneren einen Rhythmus von Räumen und ist trotz der sich wiederholenden Büroeinheiten lebendig. Besonders das Erdgeschoss ist durch Großzügigkeit gekennzeichnet, das weite Foyer geht nahtlos in den großen Vortragsbereich über. Auch wird hier deutlich, dass das Gebäude zusammen mit seinen Außenbereichen entworfen wurde. Vielfältige Blickbeziehungen in die Landschaft und in die direkt umgebenden Freiräume lassen beides zu einer Einheit werden. Die Außenräume sind ebenfalls geprägt durch das ortstypische Material des Steinbruchs.

Übergroße Betonplatten leiten bis zum Eingang durch ein Feld aus Natursteinschotter. Unterschiedliche Körnungen zeigen die Qualität des Materials: Ein feiner Schotter für die Nebenwege, grobes Überkorn in der Fläche und Setzungen durch mehrere große Blöcke.

Mit dem Forum gelingt eine eindrucksvolle Architektur, die selbstbewusst ein Zeichen in der Landschaft setzt und zugleich in vielfältiger Weise sensibel in Beziehung zu ihr steht. Für die Mitarbeiter ist mit abwechslungsreichen Raumsequenzen und einer perfekten Detaillierung ein wunderbarer Arbeitsort geschaffen worden.

Veit Landwehr
Veit Landwehr
Foto: Christian Richters
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Preisträger

Auszeichnung guter Bauten des BDA Hagen-Ennepe-Mark, des BDA Ruhr-Möhne und des BDA Siegen-Olpe Wittgenstein 2017 – Auszeichnungen

Preisträger

Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2018 – Auszeichnungen