Foto: Olaf Mahlstedt

Preisträger max 45 – Junge Architekten in Niedersachsen 2017

Wohnkrone Parkhaus Windmühlenstraße

Hannover

Foto: Olaf Mahlstedt
Projekt
Wohnkrone
Architekt
CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Bauherr
Union Boden GmbH

Wohnkrone Parkhaus Windmühlenstraße

Die Wohnkrone ist ein Prototyp der Siedlungsebene 2.0. Dachflächen von Einzelhandels-, Büro-, und Parkgebäuden werden belebt, attraktive Toplagen erschlossen, vorhandene Infrastrukturen besser ausgelastet und die Nutzungsmischung in der Innenstadt verbessert. Das Parkhaus Windmühlenstraße wurde 1964 in Betrieb genommen und gehört zu den ältesten Parkhäusern in Hannover. Im Zuge einer Erneuerung von Fassade und Eingangsbereich wird das Gebäude mit Penthäusern aufgestockt. Dies erfordert eine übersichtliche Organisation der Eingänge, so dass je eigenständige Adressen für das Parkhaus und die Wohnbebauung entstehen. Die Wohnbebauung setzt sich formal selbst bewusst – gleich einer „Krone“ – von der vorhandenen Parkhausstruktur ab und gibt dem Bestand zugleich einen markanten Abschluss. Sie wird über eine repräsentative Lobby im EG erschlossen, von der ein Aufzug und eine Treppe nach oben führen. Die Eingänge der Wohnungen sind zu einem zentralen Hof orientiert, der gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche bietet und die Kommunikation unter den Bewohnern fördert. Jede Wohnung verfügt über eine private Terrasse mit Aussicht über die Dächer der Stadt. Die Wohnkrone ist nicht nur eine Verdichtung baulicher Art. Vielmehr wird die monofunktionale Innenstadt um Wohnnutzungen erweitert – ein Schritt hin zur funktionsdurchmischten Stadt.

Das Projekt bringt vor allem vier Mehrwerte mit sich:
1. Weitere Wohnungen werden geschaffen ohne neue Flächen zu versiegeln.
2. Die vom Einzelhandel dominierte Innenstadt wird um  Wohnnutzungen angereichert.
3. Die hochwertige Dachgestaltung wertet das Umfeld auf.
4. Das Angebot an Wohnformen in der Innenstadt wird um neuartige Lösungen erweitert.

Der Bau der Siedlungsebene 2.0 bringt die einmalige Möglichkeit mit sich, Toplagen zu entwickeln. Vermeintlich unverträgliche Nutzungen (Parken, Wohnen) werden synergetisch miteinander kombiniert. Bei einem unausgelasteten und sanierungsbedürftigen Gebäude wird nicht sofort an Rückbau gedacht, sondern nachhaltig eine vorhandene Struktur weiter-entwickelt und graue Energie genutzt. Die Bautätigkeit wurde bei laufendem Betrieb von Parkhaus und Einzelhandel durchgeführt. Die Funktionalität des lebendigen Einkaufsquartiers um die Windmühlenstraße wurde während des Bauprozesses somit kaum beeinträchtigt.
Kooperation: ASP Architekten (Sanierung Fassade und Eingangsbereich; Ausführungsplanung Wohnkrone)

Foto: Olaf Mahlstedt
Foto: Olaf Mahlstedt
Preisträger bei "max 45 - Junge Architekten in Niedersachsen 2017" Die "Wohnkrone" mit Penthauswohnungen auf einem Parkhaus in der Innenstadt Hannovers von CITYFÖRSTER architecture + urbanism - Ansicht WIndmühlenstraße
Foto: Olaf Mahlstedt
Foto: Olaf Mahlstedt
"Wohnkrone" mit Penthauswohnungen auf einem Parkhaus in der Innenstadt Hannovers von CITYFÖRSTER architecture + urbanism - Außenbereiche auf der Dachterrasse
Foto: Nils Nolting
Foto: Nils Nolting
"Wohnkrone" mit Penthauswohnungen auf einem Parkhaus in der Innenstadt Hannovers von CITYFÖRSTER architecture + urbanism - Wohnraum
Foto: Nils Nolting
Foto: Nils Nolting
"Wohnkrone" mit Penthauswohnungen auf einem Parkhaus in der Innenstadt Hannovers von CITYFÖRSTER architecture + urbanism - Blick aus der Wohnung

Preisträger

max 45 – Junge Architekten in Niedersachsen 2017

An diesem Projekt hat insbesondere der innovative Ansatz, neue aber schon vorhandene Flächen mitten in der Stadt für Wohnraum zu generieren, überzeugt.  Nachhaltigkeit, Identifikation und Imagegewinn stehen bei diesem Vorhaben im Vordergrund, da die Weiterentwicklung der Stadt in der Ebene 2.0 den Flächenverbrauch reduziert, Wohnen in der Innenstadt stärkt und der reine Zweckbau des Parkhauses an der Windmühlenstraße einer neuen und erweiterten Bedeutung und Nutzung zugeführt wird. Zu würdigen ist dabei, dass durch die privaten Freiflächen im Inneren und die Ablesbarkeit der einzelnen Wohneinheiten differenzierte Räume entstehen, wohingegen zur Außenfassade des Parkhauses eine klare Antwort in Bezug auf das städtebauliche Umfeld gefunden wird. Den Architekten gelingt mit diesem Entwurf der dringend benötigte Anstoß einer Diskussion zur Fragestellung, welche Flächen wir uns in gewachsenen Städten noch erschließen können.